Jan Mayen - natürliche Natur


Schneewüste, Jan MayenJan Mayen kann definitiv aus zweierlei Hinsicht gesehen werden. Einerseits aus der Perspektive der 18 Bewohner der 373 Quadratmeter großen Insel. Sie sind größtenteils für die norwegische Wetterstation und für das Militär zuständig. Im Sommer kann es schon mal passieren, dass sich die Anzahl verdoppelt, aber sobald es wieder so richtig kalt wird, sind die 18 auf sich allein gestellt. In der Station, in der alle Bewohner leben, ist es sehr gemütlich eingerichtet. Manche Besucher bekommen sogar das Privileg. sich hier aufzuhalten. Eine Poststelle, eine Krankenschwester und ein kleiner Souvenirshop sind die einzigen, auch nur annähernden, touristischen Einrichtungen. Aufgrund der absoluten Einsamkeit und Ruhe hat man eine Verordnung erstellt, nachdem sich die Arbeiter nicht länger als ein Jahr durchgehend auf der Insel aufhalten dürfen. Denn alles darüber würde die Menschen depressiv machen und die Einsamkeit würde unüberwindbar werden.

Andererseits kommen aber auch einige Touristen mit den Kreuzfahrtsschiffen hierher und erleben eine unglaubliche Landschaft. Da die Insel aber keinen Hafen hat, müssen die Besucher mit dem Schlauchboot an Land kommen. Diese Tatsache ist ebenfalls dafür verantwortlich, dass die Insel ein wahrer Geheimtipp unter Naturliebhabern ist. Die Natürlichkeit, wie Jan Mayen sie präsentiert, ist nur auf wenigen Plätzen dieser Erde zu sehen. Außer einer dicken Eisschicht und dem höchsten Punkt, dem Beerenberg, gibt es allerdings nicht viel zu sehen. Aber das Gefühl der absoluten Stille und Ruhe, hat den einen oder anderen Besucher schon zum Zurückkommen ermutigt.

Der kleine Fluglandeplatz wird vorwiegend nur von Maschinen für den Forschungszweck angeflogen. Die touristische Verwendung ist hier weniger erwünscht. Die unberührte Landschaft soll durch zu viele Besucher nämlich nicht zerstört werden. Die wenigen Plätze auf den Kreuzfahrtsschiffen sind auch schnell vergriffen, weshalb man schon sehr früh versuchen sollte, einen Platz zu ergattern.

Die Form der Insel wird oft mit einer Pfanne verglichen. Schwarze Strände und moosbewachsene Felsen wechseln sich ab und bilden eine schöne Symbiose. Im schmaleren südlichen Teil, auch Süd-Jan genannt, gibt es wenig zu erkunden, während in Nord-Jan ein Berg das Zentrum bildet. Überragt wird das ganze durch den Beerenberg, der 2277 Meter in die Höhe ragt. Er ist die meiste Zeit in Nebel gehüllt, was sich auch auf die ganze Insel auswirkt. Er ist vulkanischen Ursprungs und war schon öfters aktiv. Zuletzt brach er 1985 aus. Ob der Vulkan nun vollständig zur Ruhe gekommen ist, kann niemand so genau sagen. Durch seine zahlreichen Ausbrüche hat er auch die umliegende Landschaft geformt. Die erstarrte Lava hat sich kunstvoll über die Felsen gelegt.

Das Farbenspiel auf der Insel ist überwältigend. Die Kontraste der vielen Elemente, sei es Strand, Gletscher oder Vulkan, sorgen für ein einmaliges Naturschauspiel. Genauso verhält es sich auch mit der Mittsommernacht, die ebenfalls hier zu bestimmten Zeiten zu bewundern ist.

Im Jahr 1607 wurde die Insel von einem Niederländer entdeckt, der ihr auch seinen Namen gab. Sie war sehr lange ein wichtiger Stützpunkt für die holländischen Walfänger. Seitdem wurde Jan Mayen aber nur mehr wenig Interesse entgegengebracht. Da die Norweger hier eine Wetterstation eröffneten, wurde Jan Mayen der norwegischen Krone untergeordnet.