Svalbard - Eisbären und das Nichts


Häusergruppe bei SvalbardSpitzbergen, wie die Insel noch genannt wird, ist nur rund 800 Kilometer vom Nordpol entfernt. Dementsprechend sind auch die Temperaturen. Im Winter hat es im Durchschnitt minus 20 Grad und im Sommer kann der Gradmesser gerade mal auf einige Plusgrade steigen. Die Bedingungen sind also für Mensch und Tier gleichermaßen hart. Dennoch gibt es einige Siedlungen und größere Städte. Besondere Tierarten haben sich einen Schutz, zum Beispiel in Form eines dickeren Felles zugelegt, um die widrigen Bedingungen zu überleben. Nur sechs bis sieben Prozent des Gebietes sind bewachsen. Trotzdem konnten bis heute 176 verschiedene Pflanzenarten gefunden werden.

Die Tierwelt kann vor allem durch die vielen Vögel die Besucher zum Staunen bringen. Die meisten überwintern nicht auf der Inseln.

Die Eisbären sind ebenfalls weit verbreitet. Sie sind vor allem auf dem Packeis rundum Spitzbergen heimisch. Nicht selten wagen sie sich aber auch in die Nähe von Siedlungen. Daher tragen auch so gut wie alle Bewohner eine Waffe bei sich. Touristen sollten ohne Führer sowieso nicht die Siedlungen verlassen und sollten ebenfalls bewaffnet sein. Denn die Eisbären können oft bis zu zwei oder drei Meter groß werden. Ein Mensch allein hat gegen ihn keine Chance.

Ein weiteres, hier heimisches Tier ist das Rentier. Egal auf welcher Insel man sich gerade befindet, es ist überall zu sehen. Robben und Walrosse sind weitere Bewohner hier im Norden.

Auf den Inseln leben nur Zuwanderer, da es beinahe niemand länger als einige Jahre aushält. Die Kälte, Dunkelheit und auch weitgehende Abgeschiedenheit von vielem, ist dabei die größte Herausforderung. Oft zieht es Menschen nur wegen der guten Verdienstmöglichkeiten in den Norden. Natürlich sind auch eine Menge Forscher und Wissenschaftler anzutreffen, die die einzigartigen Lebensbedingungen und deren Auswirkungen beleuchten.

Die Hauptstadt und auch größere Stadt, wobei groß hier sehr relativ ist, nennt sich Longyearbyen. Rund 1.800 Menschen haben sich hier nieder gelassen. Der Altersdurchschnitt ist hier relativ niedrig, da sich vor allem Familien mit kleinen Kindern in der Stadt niederlassen. Außer dass es die Verwaltung der Svalbard-Inseln beherbergt, bietet Longyearbyen auch einige andere interessante Dinge. Ein Flughafen sorgt für die Verbindung mit dem Festland. Eine eigene Universität ist hier vorhanden, die in enger Kooperationen mit der norwegischen Universität steht. Industrien sind ebenfalls einige vorhanden. Sehr beliebt sind Schneemobile und Boote, da die einzelnen Inseln nicht mit einer Straße verbunden sind. Für Touristen stehen einige Ausflüge bereit um die Schönheit der umliegenden Landschaft und einige arktische Tiere kennenzulernen.

Barentsburg ist ein Phänomen für sich. Die Stadt erscheint einem oft russischer als echte russische Provinzstädte. Aufgrund des jahrzehntelangen Kohleabbaus wurde die Siedlung gegründet. Heute sind allerdings viele Bergwerke geschlossen und immer mehr Menschen verlassen Barentsburg.

In Spitzbergen kann ein weiteres wichtiges Projekt besichtigt werden. Es werden Samen von Pflanzen aus aller Welt in der Kälte konserviert um bei Katastrophen die Ausrottung vieler Arten zu verhindern. Beinahe jeder Staat der Welt hat hier sein eigenes Fach und kann seine Flora schützen lassen. Denn das ewige Eis konserviert alles.