Steilklippe Cabo Girao und Câmara de Lobos


Steilklippe Cabo GiraoMadeira ist alles andere als eine flache Insel. Die Hauptstadt Funchal ist in einem kleinen Tal gelegen und auch der restliche Tal der Insel besticht durch eine leicht hügelige Landschaft. Da ist es dann auch nicht sehr verwunderlich, dass einige Steilklippen die Form der Insel prägen. Einer der steilsten der ganzen Welt ist ebenfalls auf Madeira. Die Gabo Girao Steilklippe wird auf eine Höhe von 560 Meter geschätzt und ist somit eine der höchsten von ganz Europa. Von oben kann man einen weilläufigen Blick über die Landschaft und über das Meer genießen. Allerdings sollte man kein Problem mit der Höhe haben, da es doch abrupt steil nach unten geht. Zwar schützt ein Gelände die Besucher, aber der Blick auf einige hundert Meter tiefer liegende Felder kann einem doch ein mulmiges Gefühl bescheren.
Das Gelände ist alles andere als handsam, aber trotzdem nützen die Bauern Teile davon als Terrassenfelder um die verschiedensten Pflanzen und Getreidearten anzubauen.

Für den Tourismus wurde das Gebiet ebenfalls attraktiver gemacht. Seit 2003 führt eine Seilbahn die Klippen hinauf. Damit ist es einfacher von den Steilklippen zum Ausflugsort Fajã dos Padres zu kommen. Er befindet sich direkt unter den Steilklippen und kann mit einem einsamen Strand und einigen kleinen Restaurants aufwarten. Bevor der Lift gebaut wurde, war der Ort nur mit dem Boot erreichbar und ein richtiger Geheimtipp. Schon Winston Churchill liebte diesen Platz und nutze ihn um künstlerisch kreativ zu sein und Gemälde zu malen. Aber er ließ sich auch von einem weiteren Ort inspirieren.

Das Fischerdorf Câmara de Lobos liegt nicht weit von den Steilklippen entfernt. Die Stadt wird oft als Motiv für Ansichtskarten oder Gemälde verwendet, da sie selbst so schön ist. Das wichtigste Anbaugebiet des Madeiraweins, Estreio Câmara de Lobos, erstreckt sich in höherer Lage über der Stadt. In der Umgebung werden Kirschen angebaut und auch Bananenplantagen säumen den Weg. An Exotik fehlt es deshalb kaum. Das Winzerfest, das jährlich stattfindet, lässt nicht nur die Einheimischen zusammenkommen. Touristen besuchen nicht selten dieses ausgelassene Fest und genießen den einen oder andren Tropen des Madeiraweines.

Die Stadt lebte lange Zeit vom Fischfang. Er ist heute zwar nicht mehr der lukrativste Wirtschaftszweig, aber dennoch prägt er die Mentalität. Der Espada, einer der bekanntesten Tiefseefische der Insel, wird hier hauptsächlich gefangen. Die bunten Boote prägen das Bild des Hafens, in denen ein reges Treiben herrscht. Am Abend sitzen die Kapitäne gemütlich in einer Runde zusammen und genießen die Geselligkeit.

Die Besucher müssen unbedingt das Nationalgetränk Ponchas probieren. Es besteht aus Zitronensaft, Honig und Zuckerrohrschnaps und erfrischt an heißten Tagen besonders gut. In jedem Lokal wird dieses Getränk frisch zubereitet und serviert.

Der Pico da Torre ist ein weiterer Aussichtspunkt. Mit 205 Meter Höhe kann er zwar nicht mit dem mehr als doppelt so hohen Cabo Girao mithalten, aber die Aussicht sollte man sich doch ansehen. Vor allem ist das Fischerdörfchen von diesem Standpunkt fast ganz zu überblicken. Die prächtigen Farben des Meeres, der Pflanzen und des Hafens sprechen aus dieser Höhe für sich.