Fort-de-France - Buntes Treiben und Kolonialstil


Kirche, MartiniqueDie Hauptstadt der Insel Martinique liegt direkt am Meer und ist deshalb eine sehr wichtige Hafenstadt. Täglich ist hier geschäftiges Treiben zu beobachten. Die Fischer sind damit beschäftigt ihre Boote auf Vordermann zu bringen und für die nächste Ausfahrt bereits zu sein. Daneben wartet ein Ausflugsboot darauf, dass die Passagiere alle an Bord sind. Ihnen wird die natürliche Schönheit des Meeres von Martinique gezeigt. Nicht nur die Pflanzenwelt ist dabei atemberaubend, sondern auch durchaus seltene Tiere tummeln sich im Meer. Es kann aber genauso sein, dass gerade ein Luxusdampfer am Hafen von Fort-de-France anlegt und einige Touristen den ersten Schritt auf die Insel setzen.

Der alte Name der Stadt, Fort-Royal, ist schon längst vergessen, denn erst mit der Umbenennung kam auch der wirtschaftliche Aufschwung. In der Stadt ist die Geschichte überall allgegenwärtig. Eine Staute und ein Museum sind Joséphone de Beauharnais gewidmet. Sie war eine der Ehefrauen von Napoleon. Eigentlich ein Grund stolz darauf zu sein, da auch Martinique in der Weltgeschichte einen Stellenwert einnimmt. Allerdings brachte die Gattin Napoleons die Sklaverei wieder auf die Insel zurück, gegen die man lange gekämpft hatte. Aufgrund dieser Handlung kann Joséphone auf keinen Fall als Ikone bezeichnet werden. Der Statue fällt unter anderem der Kopf, was als ein weiteres Symbol für die Verachtung in der Bevölkerung gesehen werden kann. Das Museum beherbergt die ehemalige Zuckerrohrplantage ihrer Eltern. Eine Besichtigung dieser beiden Plätze mag vorerst einen kleinen Einblick in die turbulente Geschichte von Martinique geben, die Reise durch Fort-de-France ist aber noch lange nicht beendet.

Verpassen sollte man auf keinen Fall das bunte Markttreiben. Die Frauen, die dort die traditionellen Produkte der ansässigen Landwirtschaft und mit der Hand gefertigte Waren und Souvenirs verkaufen, sind in traditioneller Kleidung anzutreffen. Ihre bunten Gewänder sind nicht zu übersehen und bringen in das ohnehin traumhafte Wetter mit strahlendblauen Himmel noch mehr Vielfalt hinzu. Das Feilschen am Markt wäre auch jedem zu empfehlen, allerdings wird das ohne gute Französisch-Kenntnisse zum Erlebnis. In den Hotels und den zentralen Touristengebieten wird natürlich auch Englisch gesprochen, aber Einheimische können, wenn überhaupt, nur das Nötigste um ihre Waren an den Mann und die Frau zu bringen.

Die Altstadt von Fort-de-France hat ihren besonderen Charme. Viele ältere Gebäude sind gut erhalten. Beim Rathaus sollte bei einer Reise in die Hauptstadt auch vorbeigeschaut werden. Der koloniale Baustil ist in Anlehnung an Frankreich gewählt. Neben einem Glockenturm ist auch der Theatersaal im Inneren sehr sehenswert.

Die Sankt Ludwig Kathedrale stammt aus dem 19. Jahrhundert. Sie ist bereits die siebente Kirche, die an dieser Stelle erbaut wurde. Denn Feuer, Erdbeben und Hurrikans haben die Kirchen jedes Mal aufs neue zerstört. Einige der wichtigsten Gouverneure der Insel sind hier begraben.

Botanische Gärten und liebevoll gestaltete Parks sind einige zu finden. Der bekannteste Garten befindet sich einige Kilometer außerhalb der Stadt, wo es schon etwas hügelig wird. Für Pflanzenliebhaber wird sich ein Besuch lohnen, denn bis zu 3.000 Pflanzenarten sind hier zu bewundern.

Das Straßentreiben von Fort-de-France zu erleben und sich dabei wie ein Inselbewohner zu fühlen, ist ein Geheimtipp, den man auf jeden Fall wahrnehmen sollte.