Windhoek


Kirche, WindhoekEine Reise in die Hauptstadt Namibias wird einen bestimmt überraschen. Je näher man ihr kommt, desto überzeugter wird man, dass der Kontinent Afrika schon längst verlassen wurde und es schon wieder in Richtung Europa geht. Versetzt in eine Zeit, wo es noch viele Kolonien gab, sind heute viele Gebäude im wilhelminischen Stil. Wie damals in der Gründerzeit ist das Stadtbild durch kleine Häuschen, die vorwiegend aus Holz gebaut wurden und einer Farbenpracht, geprägt. Zwar gibt es einige Hochhäuser, die manchmal in die Höhe ragen, aber als moderne und kosmopolitische Stadt kann Windhoek nicht bezeichnet werden. Vielleicht ist diese Tatsache gerade der Grund für den unbestechlichen Charme.

Im Windhoeker Becken gelegen, ist sie von vielen Bergen und Hügeln umgeben, Erosberge, Auasberge und das Khomahochland umgeben das Zentrum der Stadt. Auf 1650 Meter liegt die Stadt und kann den etwas höheren Bergen in der Umgebung aber leicht Parole bieten. Den Namen trägt die Stadt aufgrund des Windes, der nicht selten allgegenwärtig ist. In Afrikaans, der Sprache vieler Einheimischer, bedeutet Windhoek Windecke.

Es kann gut sein, dass sich zwei Einheimische auf deutsch unterhalten. An vielen Straßenecken liest man auch deutsche Geschäftsnamen und deutsche Autos sind keine Seltenheit. Das hängt damit zusammen, dass die Stadt sehr stark durch ihre Vergangenheit geprägt ist. Als ehemalige Kolonie der Deutschen hat sie viele Eigenheiten der deutschen Tradition und Sprache übernommen. Das Bevölkerungsbild ist sehr multikulturell. Die verschiedensten Kulturen leben friedlich in einer Stadt zusammen, wo man sich auf die Amtssprache Englisch geeinigt hat. Sein Ruf eilt der Stadt oft voraus: sauber und geordnet wird sie beschrieben. Chaos oder Lärm scheint es nicht zu geben.

Die Stadt verfügt auch selbst über einen Flughafen, der etwa 40 Kilometer vom Zentrum entfernt ist. Somit kommen die Gäste problemlos zu ihren Hotels und Unterkünften, die zahlreich in ganz Windhoek verstreut sind.

Ein Spaziergang durch die Straßen und dabei die vielen Eindrücke auf sich wirken zu lassen, ist selbst ein Erlebnis. Dennoch gibt es einige Orten, die man nicht verpassen sollte. Die beiden Kammern des Parlamentes haben ihren Sitz im Tintenpalast. Der Baustil ist ebenfalls durch die Kolonialzeit geprägt. Zusammen mit dem Park im Vordergrund, ist es ein beliebtes Ziel. Einheimische als auch Touristen schlendern gerne durch den Garten und genießen die Atmosphäre. Seinen Namen verdankt der Palast den Schreibern, die immer sehr geschäftig waren und somit viel Tinte verbrauchten. Die Alte Feste beherbergt das Nationalmuseum mit vielen Schätzen aus der früheren Zeit. Die Mauern der Festung, die zur Sicherheit der Stadt dienten, können besichtigt werden. In der Christuskirche, welche 1911 entstand, sind vor allem die bunten Glasfenstern in der Nähe des Altars ein Blickfang. Sie sind ein Geschenk des Kaisers Wilhelm II. Neben diesen zahlreichen Bauten aus dem frühen 20. Jahrhundert, orientieren sich einige neue Bauten an dem afrikanischen Baustil. Der Neubau des Obersten Gerichtshof ist ein berühmtes Beispiel dafür.

Obwohl in Windhoek die Gemütlichkeit Einzug hält, sind genügend Einkaufs- und Unterhaltungsmöglichkeiten vorhanden. Auf der berühmten Independance Avenue reiht sich ein Geschäft nach dem anderen. Genügend Restaurants und Bars zum Entspannen stehen auch zur Verfügung.