Chile - Das Land der 1000 Möglichkeiten


Oft weiß man gar nicht genau wo das Ende der Welt eigentlich liegt, doch wenn man einmal den Mut gefasst hat diesen langen einsamen Streifen hinter den Anden zu besuchen, dann lässt einen der Gedanke an dieses wunderbare Land nicht mehr los.

Chile lässt sich in 5 Teile unterteilen und jeder Teil hat etwas ganz besonderes zu bieten. Ganz oben beginnt der große Norden mit der Wüste, der kleine Norden hat wunderschöne Strände und alte Salpeterstätten, die Mitte des Landes ist touristisch noch relativ unbekannt und erfreut sich daher vielen Geheimtipps. Im kleinen Süden existieren viele ehemalige deutsche Kolonien und schließlich beherrscht Feuerland den großen Süden.

Der Pazifik ist zwar eisig kalt, die langen wundervollen Strände laden aber ganzjährig zum Sonnen und zum Surfen ein. Vor allem ganz im Norden des Landes, zwischen Arica und Iquique sowie in der Mitte zwischen Santiago und Concepcion wimmelt es nur so von traumhaften Stränden, die gerne entdeckt werden möchten. Ein Insider-Tipp der Einheimischen ist der lange Vulkanstrand Rinconada mit seinen steilen Klippen und tiefen Höhlen. Dort gibt es ganzjährig ideale Wellen und vor allem kann man dort ausgezeichnete und sehr billige Meeresfrüchte kaufen. Die Frühaufsteher können auch so gegen 8 Uhr an den Strand gehen und den Fischern bei der Arbeit zusehen.

Wer die Wüste dem Meer vorzieht, mietet sich besser einen Geländewagen mit Campingausstattung und startet seine Tour ganz im Norden, in Arica. Die Stadt hat noch eine hohe Rate an Eingeborenen und ist daher auch noch sehr authentisch was seine Märkte und Restaurants betreffen. Einen landestypischen Eintopf, Cazuela genannt, sollte man also auf keinen Fall in einem touristischen Restaurant, sondern in einem der einfachen Lokale direkt neben der Straße bestellen. Die Tour führt dann in die Nationalparks des Nordens zum Parque Nacional de Lauca und Parque National de las Vicunas - in diesen Parks kann man eine unglaubliche Vielzahl von Landschaftsbildern und Tieren bestaunen. Die Campingausrüstung sowie ein geländetaugliches Fahrzeug sind allerdings unbedingt zu raten, da man oft tagelang keinen Menschen antrifft und der nächste Supermarkt auch nicht um die Ecke liegt.

Eher feuchtes Klima, eine aber dafür umso grünere Vegetation findet man im kleinen Süden. Die einst deutschen Kolonien ähneln von ihrer Landschaft und ihren Häusern Süddeutschland. Auch kann man oft Hinweisschilder mit dem Vermerk "Kuchen" lesen. Der Kirschkuchen in ehemaligen deutschen Kolonien wie zum Beispiel Frutillar ist aber auf jeden Fall eine Sünde wert.
In Puerto Montt nimmt man dann am besten eine Fähre auf die Insel Chiloe. Es heißt, dass die Bewohner dort noch viel gemütlicher sind als die Chilenen. Das außergewöhnliche und nur auf der Insel zubereitete Gericht Curanto sollte man bereits vorher bestellen. Es besteht aus einem Mix aus verschiedenen Sorten von Muscheln, Hähnchenschenkel, Kartoffeln, Würstchen, Zwiebeln und Gewürzen und wurde früher in einem Erdloch zubereitet. Obwohl die Köche heute meist einen großen Topf verwenden schmeckt es immer noch unglaublich und man sollte die weitere Tour besser hoch zu Ross fortführen, da man sich nach den Riesenportionen kaum mehr bewegen kann.

Chile ist ein absolut interessantes und sehenswertes Land und für eine ausgedehnte Rundreise äußerst zu empfehlen.