Tasmanien - Am Ende der Welt


Tasmanien mit Blick auf den Mount WellingtonDer tasmanische Teufel ist als Figur und Tier dem einen oder anderen bekannt. Woher dieser Ausdruck aber stammt, wissen nur die wenigsten. Tasmanien ist eine Insel, die südöstlich von Australien liegt und auch zu diesem Kontinent gehört.

Sie ist die größte Insel, die zu Australien zählt. Trotzdem ist sie nicht sehr dicht bewohnt. Das liegt vor allem an der einzigartigen Landschaft. Viele Hügel und kleine Gebirge wechseln sich ständig ab, sodass Tasmanien zu den gebirgigsten Inseln der Welt zählt. Der höchste Berg, der Mount Ossa, ist aber gerade einmal 1.600 Meter hoch. Also nicht die Höhe der Berge ist das Atemberaubende, sondern die Form der Gebirgsketten. Aber auch das Klima ist mehr als besonders. Die ozeanischen Einflüsse sorgen dafür, dass es sehr windig ist und das Wetter oft als unberechenbar bezeichnet wird. Die Winter sind aber allgemein sehr milde und auch im Sommer klettert die Temperaturmarke selten über 20 Grad Celsius.

Der Massentourismus oder das starke Eingreifen durch den Menschen ist überhaupt nicht sichtbar. Die Landschaft wirkt friedlich und sehr ursprünglich. Dabei kann man auf uralte Regenwälder stoßen, in denen das System noch intakt ist und es noch die seltensten Tiere gibt, aber auch auf naturbelassene Küstenstreifen, die nur wenige Menschen kennen. Durch die lange eigenständige Entwicklung der Insel und seiner Ureinwohner gibt es einzigartige, oft sehr alte Pflanzenarten zu entdecken. Die ältesten Bäume gehen auf eine Zeit von 95 Millionen Jahren zurück. Die Nationalparks, die sehr zahlreich vorhanden sind, sollten man auf keinen Fall verpassen. Obwohl die ganze Insel wie ein großer Nationalpark aussieht, werden die seltenen Spezies in einem abgegrenzten Gebiet noch besser geschützt. Das mag auch ein Grund sein, wieso ein Großteil der Insel zum UNESCO Kulturerbe ernannt wurde.

Abel Tasman, ein niederländischer Seefahrer, gab der Insel seinen Namen. Denn im Jahre 1641 entdeckte er Tasmanien. Ähnlich wie bei den Aborigines, erlitten auch die Ureinwohner Tasmaniens durch die Kolonisation viel Leid. Es kann sogar von einem Genozid gesprochen werden, denn um 1800 wurde ihnen ihr Lebensraum genommen und viele von ihnen getötet. Viele Tasmanier überlebten den Genozid nicht. 1876 starb auch die letzte weibliche Ureinwohnerin.

Den Beinahmen "Apple Island" hat sich die Insel aufgrund ihrer großen Apfelproduktion verdient. Die Exporte gelangen vor allem nach Großbritannien. Die Tasmanier wissen bestens wie man einen guten Wein anbaut. Viele Winzer bauen Sorten wie Chardonnay, Riesling oder Traminer an. Der tasmanische Wein hat sich weltweit unter Weinkennern und -genießern schon einen guten Ruf verschafft. Der Tourismus ist zwar wichtig, dennoch zählt er nicht zu den stärksten Wirtschaftszweigen. Es wird vor allem auf den sanften Tourismus wert gelegt, der die Natur nicht zu sehr belastet, aber trotzdem die Schönheit des Landes kennenlernt. Wer die einzigartige Fauna und Flora des Landes entdecken will und dabei noch die kulturellen Gegebenheiten nicht außer Acht lassen will, der sollte unbedingt einmal nach Tasmanien reisen. Obwohl es oft als das Ende der Welt bezeichnet wird, könnte sein Beiname genauso gut Tor ins Paradies lauten.