Darjeeling


Darjeeling, TeeplantagenDarjeeling liegt am Beginn des Himalaya-Gebirges in einer Höhe von über 2.000 Metern. Die Stadt und das Gebiet rundherum haben sich vor allem auf Grund des sorgfältigen Teeanbaus und der aus Handarbeit bestehenden Produktion zu dem exklusivsten Anbaugebiet der Teekultur gemacht. Dabei kam die Teepflanzen nur durch einen Zufall in die Region. Ein Sanitätsoffizier, der in Darjeeling stationiert war, versuchte erstmals die Samen anzupflanzen. Zu seiner eigenen Verwunderung war das Klima mehr als geeignet für diese Pflanze. So entwickelte sich die kleine Industrie nach und nach.

Die Bevölkerung ist sehr bunt gemischt. Nicht nur Inder leben hier, sondern auch Menschen der umliegenden Staaten. Sherpas, Bhutaner, Nepalesen und Tibetaner sind die ethnisch größten Gruppen. Das ganze hat eine sehr einfache Erklärung. Die Teeproduktion ist ein sehr aufwendiges Gewerbe, in dem Arbeitskräfte in allen Produktionsschritten benötigt werden. Vieles wird noch mit der Hand gemacht. Als der Teeanbau in Darjeeling Fuß fasste, benötigte man viele Arbeiter, die bereitwillig aus allen Teilen um West Bengal kamen.

Die Stadt Darjeeling hat ein ganz anderes Aussehen wie etwa Kalkotta oder Haora. Durch die hügelige Lage und die Ausrichtung auf die Teerzeugung, hat sich die Stadt in die Terrassenfelder eingebettet. Die 140 Teeplantagen dominieren wesentlich das Aussehen des Ortes. Durch die höhere Lage ist die Stadt auch öfters in Nebel gehüllt, was dem ganzen noch eine mystische Komponente aufdrückt.

Was ist naheliegender, als auch die Touristen über die Tradition der Teeerzeugung zu informieren? Der beste Anlaufpunkt dafür ist die Happy Valley Tea Estate. Von den Grundzügen der Teeernte bis zur Erzeugung des Tees werden alle Stufen durchgegangen. Das Aroma in der Produktion ist einzigartig. Wer vom Darjelling-Tee nicht genug bekommt, kann sich gleich anschließend an die Führung mit Vorrat im hauseigenen Shop eindecken.

Wo viele Kulturen aufeinandertreffen, sind oft auch Religionen sehr präsent. Eine beliebte Sehenswürdigkeit ist das buddhistische Ghoom Kloster. Ausgestattet ist es mit vielen alten Kunstwerken und Schätzen. Ein kleiner Fußmarsch ermöglicht den Zugang zu dem auf 2.500 Meter gelegenen Gebäude. Die Stadt Ghoom liegt gleich daneben. Als weltweit höchste Eisenbahnstation ist sie vielen Reisenden bekannt.

Einfacher hat man es, wenn man mit der Darjeeling Himalayan Railway reist. Die Bahn, die bei den Einheimischen und Touristen oft als Toy Train bekannt ist, passiert sehr unwegsames Gelände und legt dabei einen Höhenunterschied von mehr als 2.000 Meter zurück. Von den Zügen aus hat man einen Überblick über die zahlreichen Anbaugebiete des Tees und bekommt auch eine ungefähre Ahnung von den Vorläufern des Himalaya-Gebirges.

Das Gebiet eignet sich hervorragen für lange und ausgiebige Wanderungen. Der Aussichtspunkt Tiger Hill liegt auf knapp 3.000 Metern Höhe und bietet eine wunderschöne Aussicht auf das Massiv. Der Höhepunkt ist, wenn bei gutem Wetter auch der Mount Everest erblickt werden kann.

Nachdem man in diese einzigartige Welt des Tees eingeführt wurde und die Welt ein wenig von oben herab betrachtet hat, wird der Darjeeling-Tee bestimmt noch besser schmecken. Bei jeder Tasse denkt man an die spannende Reise zurück. Was Indien nicht alles zu bieten hat?