Auf den Spuren der Maya


MayatempelUm die Kultur der Maya schüren sich heute viele Mythen und Geheimnisse. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die Spanier bei der Eroberung des Gebietes den Großteil der Schriften und Überlieferungen verbrennen ließen und für Nachkommen es sehr schwierig war, etwas über diese einzigartige Kultur zu erfahren. Gerade einmal drei Codices, wie die Schriften der Maya heißen, sind heute erhalten. Sie waren meist auf Rindenpapier verfasst und wurden wie Fortsetzungsgeschichten gelesen. Für die einfachere Aufbewahrung und den Transport wurden sie ziehharmonikaartig gefaltet. Die heute existierenden Maya-Schriften werden in verschiedenen Museen in Dresden, Madrid und Paris aufbewahrt. Lange Zeit war es für Forscher unmöglich die Schrift zu entschlüsseln. Erst in den 90er Jahren begann man die vielen Schriftzeichen zu verstehen.
Da von den Spanier nicht nur Schriften, sondern auch Tempel und ganze Städte vernichtet wurden, ist die Maya-Kultur noch sehr unentdeckt. Vermutungen zufolge sollen sich noch viele Relikte in den Dschungeln der Yucatán-Halbinsel versteckt halten. Durch Pflanzen überwuchert, ist es heute schwer gezielt danach zu suchen.

Seit dem Jahr 2000 vor Christus lebten die Maya in diesem Gebiet. Archäologen teilen die Zeit der Maya in drei Hauptperioden. Die vorklassische Zeit dauert bis ins Jahr 500 vor Christus an, wo auch die ersten Tempel gefunden wurden. Um 400 bis 900 vor Christus war die klassische Zeit angebrochen, in der sich die Kultur vollkommen entfaltete und die Anzahl der Tempel und Städte ihren Höhepunkt hatte. Die Zeit bis 1500 nach Christus kennzeichnet den Abstieg der Maya. Städte wurden fluchtartig verlassen und das Volk wurde immer kleiner.

Die Eroberung der Spanier im 16. Jahrhundert tat ihr Übriges dazu, dass die Hochkultur so gut wie ausstarb. Man kam es kaum glauben, aber noch heute leben viele Nachfahren in Mexiko. Ihre Lebensweise hat sich aber von Grund auf verändert. Einige pflegen zwar noch alte Traditionen, aber ebenfalls nur mehr in abgeschwächter Form. Meist sind es auch die Ärmsten der Bevölkerung, die die Maya als Vorfahren haben.
Zu einem Mexikoaufenthalt gehört der Besuch einer Mayastätten immer dazu. Die Auswahl ist ja nicht klein, da viele verschiedene Städte und Gebiete Relikte dieser Kultur aufweisen.

Die am besten erhaltenen Tempel sind in Chichen Itza zu finden. Am berühmtesten ist die Pyramide von Kukulkan. Obwohl sie nur 24 Meter hoch ist, hatte sie einen wichtigen Zweck für die Maya. Mit ihren vielen Stufen sollte sie einen Jahreskalender abbilden. Das Innere kann ebenso von Touristen betreten werden.

In Coba wird einem klar wie sich der Dschungel langsam mit den alten Mayatempeln vereint hat. Inmitten des schwer zugänglichen Regenwaldes sind zahlreiche Stätten zu besichtigen. Experten vermuten, dass in dem größeren Gebiet von Coba eine Menge Mayastätten zu finden sind. Denn das Gebiet ist insgesamt von fünf Seen umgeben und war somit früher eines der wichtigsten Siedlungsgebiete. Wer hoch hinaus will, kann die höchste Pyramide der Halbinsel mit 42 Metern Höhe besteigen.

Tulum hebt sich in zweierlei Hinsicht von den vorhin erwähnten Orten ab. Einerseits durch seine einzigartige Lage am traumhaften Meer andererseits dadurch, dass es noch fast bis zum Ende der Maya-Kultur eines der wichtigsten Zentren war.